
So, die Geforce FX ist vorgestellt und
seit einiger Zeit sind nun auch die ersten
Berichte und Tests über die Karte
erschienen. Nach den monatelangen Spekulationen
über die Technik und Leistung der
Geforce FX und dem teilweise enormen Hype,
der um den Chip gemacht wurde, folgte
die Ernüchterung über die Leistung
der Karte um so schneller. Sehr eindeutig
wurden die Mängel der Karte in kürzester
Zeit aufgelistet. Primär fiel hier
die schlechte Leistung der Geforce FX
gegenüber der Radeon 9700 Pro, der
aktuellen Konkurrenz aus dem Hause ATI,
auf. So konnte selbst die hochgezüchtete
Geforce FX5800 Ultra die Radeon 9700 Pro
nicht klar in der Leistung schlagen, obwohl
nVIDIA eindeutig den neueren Chip besaß.
Jedoch fiel den Testern nicht nur die
schlechte Leistung auf, sondern auch das
extrem laute Lüftergeräusch
der Geforce FX5800 Ultra Karten. Diese
wurde, aufgrund ihrer enormen Verlustwärme,
mit einem, eigens für diese Karte
von nVIDIA entwickelten Kühlungssystem
versehen, welches sich Flow FX nennt.

Das
Flow FX Kühlungssystem der GeForce
FX
Hierbei handelt es sich
um einen Lüfter, welcher die kühle
Luft außerhalb des Gehäuses
ansaugt, damit den Chip und den Speicher
kühlt und danach, die warme Luft,
wieder aus dem Gehäuse befördert.
Leider geht hierbei, aufgrund der Bauhöhe
ein PCI Steckplatz zwangsweise verloren.
Die Idee insgesamt scheint auf den ersten
Blick recht gut, wird die Karte doch ständig
mit frischer kühler Luft versorgt.
Auf einen zweiten Blick jedoch ist die
ganze Situation recht unglücklich
verlaufen, da der Chip mit seinen 150
Mio. Transistoren bei 500 MHz Taktrate
extrem heiß wird, ist ein gewisser
Luftdurchsatz pro Minute nötig um
die Abwärme des Chips abzutransportieren.
Da eine Grafikkarte jedoch nur begrenzten
Platz für einen Lüfter bietet,
blieb nVIDIA nichts anderes übrig,
als die Drehzahl des Lüfters zu erhöhen,
um einen zum Abtransport der Wärme
nötigen Luftdurchsatz zu erzeugen,
da für einen großen Lüfter
kein Platz auf der Karte vorhanden war.
Klar,
je schneller der Lüfter dreht, desto
lauter ist er. Das kennt ja jeder von
seinem Prozessorkühler.
Somit hat die Karte viel
Spott ertragen müssen, ist sie doch
kaum schneller als eine, vor einem halben
Jahr veröffentlichte Radeon 9700
Pro, sehr teuer und dazu noch extrem laut.
(Hier wurden teilweise Vergleiche zu einem
Staubsauger gezogen). Wäre die Geforce
FX5800 Ultra nicht so laut, könnte
man sich um einiges besser mit der Karte
abfinden.
Jetzt stellt sich natürlich
die Frage, hätte nVIDIA nicht einen
leiseren Kühler entwickeln können
oder einfach nur eine besser Kühlmöglichkeit?
Tja, hier scheinen die Ingenieure von
nVIDIA wohl im geistigen Urlaub gewesen
zu sein. Denn es geht auch anderes und
dafür muss man bei weitem kein Genie
sein.
Was kann man also machen,
um eine gleich gute Kühlung unter
leiseren Bedingungen zu schaffen? So lächerlich
sich das jetzt anhören mag, aber
wir denken jetzt mal ganz logisch und
langsam. Die Schritte, die sich nVIDIA
Ingenieure auch hätten denken können.
Um einen Chip zu kühlen
braucht man was? Bingo, eine Kühleinheit!
Da nur Luftkühlung in Frage kommt,
stellen wir uns die nächste Frage.
Woraus besteht ein Standartluftkühlungssystem?
Genau, aus einem Lüfter
und einem Passivkühlkörper.
Wenn wir nun die Luftkühlleistung
einer Flow FX Kühlung beibehalten
wollen, jedoch keinen einzelnen extrem
hochdrehenden Lüfter einsetzen möchten,
was liegt da näher, als zwei langsam
drehende Lüfter zu verbauen, welche
in der Summe den gleichen Luftdurchsatz
wie der einzelne Lüfter, der Flow
FX Kühlung, besitzen. Gleichzeitig
sollte man die Kühlfläche vergrößern,
das erhöht zwar die Materialkosten,
jedoch sollte eine komplizierte Flow FX
Kühlung kaum billiger sein und in
dem Preissegment in der sich die Karte
befindet, interessiert es den Käufer
nicht ob die Karte 10-20 Euro mehr kostet.
Denn wer 500-650 Euro für eine Grafikkarte
ausgibt, der kauft sie nicht um Geld zu
sparen, oder wegen dem besten Preis-Leistungsverhältnis,
sondern weil er die Karte haben will.
Um zurück zur Kühlung zu kommen,
je größer der passive Kühler
ist, desto größer ist auch
die Fläche, die zur Verfügung
steht um die Wärmeenergie an die
stehende bzw. zirkulierende Luft abzugeben.

Sandwitch
Kühlverfahren der Leadtek WinFast
A250 Ultra TD
Hier sehen wir schon, dass
die Idee mit der verbesserten Kühlung
noch nicht so alt ist. Leadtek verbaut
auf seinen Geforce 4Ti4400/4600/4800/4800SE
Modellen eine weitaus leistungsfähigere
Kühlung, als ein Grossteil der Konkurrenz.
Genau diese Idee hatte auch Chaintech,
sie verpassen ihrer Geforce FX5800 Ultra
einfach eine größere Kühlfläche
und zwei Lüfter, somit ist eine Kühlung
geschaffen, welche wohl kaum solch einen
Lärm fabrizieren wird, wie es die
Flow FX Kühlung geschafft hat.

Chaintech
FX81 Apogee! mit eigenem Kühlsystem
Das ganze noch nett verpackt
und mit ein paar blauen LEDs versehen
und schon hat man eine Karte, welche die
gleiche hohe Leistung wie die Geforce
FX5800 Ultra bringt, jedoch weitaus leiser
ist, sowie mehr Overclockingpotenzial
beherbergt, zumindest was die Kühlung
angeht. Alles in allem sieht die Karte
natürlich auch noch um längen
besser aus, als die Konkurrenz und wird
somit von der mengenmäßig steigenden
Casemoddergemeinde mit offenen Armen empfangen.
Somit gehe ich davon aus, das bei halbwegs
vernünftigem Marketing die Karte
ein Renner werden sollte, es sei denn
die Ideen werden von mehreren andern Herstellern
nachgeahmt.
Tja, Chaintech hat sich
Gedanken gemacht und zeigt, dass es auch
anders geht. Das nennt man Vorsprung durch
Intelligenz. ;-)
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Quellen: www.hardocp.com
/ www.hothardware.com
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